Podium: Antifaschismus, wie geht es weiter?

Braucht es einen neuen Antifaschismus?

Podiumsdiskussion mit der Jungen Linken Eimsbüttel, der LAG Antifa, Widersetzen, dem Internationalen Jugendverein und dem Offenen Antifa Treffen.

22.10.2026 / 18:30 Uhr / Edmund-Siemers-Allee 1,Hörsaal M

Mit jeder Umfrage und jeder Landtagswahl gewinnt die AfD an Zustimmung. Die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt zeigen uns:
Wir können als antifaschistische Bewegung nicht weitermachen wie bisher!


Die AfD profitiert von der Brandmauer

Die Brandmauer zur AfD war rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt wieder das bestimmende Thema. Dabei ist die Strategie, den Aufstieg der AfD aufzuhalten, indem sich alle anderen Parteien gegen sie verbünden, längst gescheitert: Einerseits, weil es auf kommunaler Ebene schon längst verschiedene Formen der
Zusammenarbeit mit der AfD gibt und besonders FDP und CDU schon häufig bewiesen haben, dass die Brandmauer für sie nicht gilt. Andererseits, weil die Brandmauer der AfD direkt in die Hände spielt.
Zusammenarbeit von der CDU bis zur Linkspartei wird die AfD nicht schwächen, sondern im Gegenteil dafür sorgen, dass die AfD sich noch mehr als einzige Alternative zur herrschenden Politik inszenieren kann. Im schlimmsten Fall stellen wir sogar die Kritik an
den Regierungsparteien zurück, um die Brandmauer zu erhalten, während diese Regierung zentrale Forderungen der AfD Stück für Stück selbst umsetzt.


Der AfD den Nährboden entziehen!


Statt einem „Bündnis aller Demokraten“ müssen wir anfangen, die Politik zu bekämpfen, die die AfD erst stark gemacht hat! Der Abbau der letzten Reste des Sozialstaates, die steigenden Preise bei Energie, Wohnen und Lebensmitteln, Stellenabbau an allen Ecken und Enden, zunehmende Verwicklung Deutschlands in kriegerische Auseinandersetzungen und die Perspektivloskeit der Jugend:
Diese Probleme sind real! Doch wenn wir vor allem über das Problem AfD sprechen, dann überlassen wir es ihr, all diese Themen zu „ihren Themen“ zu machen und sich als „Partei des kleinen Mannes“ zu inszenieren, die von den etablierten Parteien geknechtet wird. Stattdessen müssen wir beweisen, dass wir es sind, die den Kampf gegen Sozialabbau, Verarmung und Krieg führen! Die AfD nutzt diese Probleme für ihren Wahlkampf – wir treten in den Streik gegen
Stellenabbau oder die Wehrpflicht, wir kämpfen gegen Kürzungen an Unis und Schulen, wir legen uns tatsächlich mit denen an, die für diese Missstände verantwortlich sind, seien es Arbeitgeber oder Politiker, anstatt die Schuld auf Migranten zu schieben, die genau wie wir unter all dem leiden!

Warum sind wir gegen die AfD?


Dass die AfD rechts oder rechtsextrem ist, ist für viele Menschen kein Hindernis mehr. Umso sinnloser sind Vorschläge wie die von Danger Dan, durch Aufdeckungsarbeit oder Gewalt einzelne Faschisten zu isolieren. Anstatt immer wieder zu betonen, dass die AfD rechtsextrem sei, müssen wir erklären, warum sie für den Großteil der Menschen in diesem Land eine Gefahr darstellt! Die AfD ist eine arbeiterfeindliche Partei! Ein Blick in ihr Programm und ihre Vorschläge macht deutlich, dass sie den Menschen gar nichts zu
bieten hat. Sie will den Sparkurs verschärfen und noch härtere Angriffe auf unsere Arbeitsbedingungen durchführen. Das Ergebnis einer AfD an der Macht wäre genau so viel Armut und Perspektivlosigkeit, doch der Kampf dagegen würde schwerer werden, wenn noch mehr demokratischen Organisationen und Initiativen die Fördermittel entzogen werden, wenn Gewerkschaften Rechte verlieren und die rassistische Spaltung unsere Einheit im Kampf noch mehr schwächt!

Der Aufstieg der AfD schreitet voran – wir müssen aus den Erfahrungen der letzten Jahre die richtigen Konsequenzen ziehen! Um zu diskutieren, wie das aussehen kann, laden wir
ein zur gemeinsamen Podiumsdiskussion!

Die Veranstaltung findet am 22. Oktober in der Uni statt (Edmund-Siemers-Allee 1,Hörsaal M). Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung von der Jungen Linken Eimsbüttel, der LAG Antifa, Widersetzen, dem Internationalen Jugendverein und dem Offenen Antifa Treffen. Wir freuen uns auf euch!