
Emal F., das war Mord – Widerstand an jedem Ort!
Trauer über den Tod von Emal F., der am 17. April 2025 in Polizeigewahrsam in Hamburg Billstedt durch rassistische Polizeigewalt ums Leben kam. Er war Pflegefachkraft und in seiner Nachbarschaft ein geschätzter Mensch. Er hinterlässt Kinder, Eltern, Geschwister und Freunde, die sich für Aufklärung und Gerechtigkeit einsetzen. Gestern Abend waren wir deshalb Seite an Seite mit den Angehörigen und ca. 200 Menschen in Billstedt auf der Straße, um Emal zu gedenken.
Trauer, Wut und Zeichen des Widerstands kennzeichneten die Demonstration: Gestartet am Billsedter Marktplatz, vorbei an belebten Straßen, die Emals Alltag waren und geendet sind wir an der Polizweiwache in der Emal ermordet wurde. An der Gedenkkundgebung haben wir gemeinsam Blumen niedergelegt und innegehalten. Die Redebeiträge der Angehörigen hallen heute noch nach und die gemeinsame Trauer über Emal hat sich im Verlauf der Demo zu Wut verhandelt, die uns Kraft gibt weiter zu kämpfen!
Wut auf das Deutschland der „Einzelfälle“. Schon wieder ist ein junger Mann in Polizeigewahrsam gestorben. Emal F. befand sich offensichtlich in einer psychischen Ausnahmesituation und hätte eine psychologische Intervention statt eines Polizeikommandos benötigt.Was wir inzwischen wissen, macht den Fall jedoch noch erschütternder: Laut einer aktuellen Anfrage der Partei Die Linke an den Hamburger Senat wurde Emal im Verlauf des Einsatzes grundlos von einem Polizeibeamten heftig gegen den Kopf geschlagen. Ein ärztlicher Bericht aus dem Krankenhaus legt nun nahe, dass das durch den Schlag ausgelöste Schädelhirntrauma zum Tod von Emal geführt hat. Wer grundlos auf den Kopf schlägt, will nicht helfen, sondern töten! Mittlerweile liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft, aber uns ist bewusst, dass Bullen Bullen schützen! In mehr als 90 Prozent der Fälle werden Verdachtsfälle oder Strafverfahren wegen Polizeigewalt von der Staatsanwaltschaft eingestellt, nur in etwa zwei Prozent der Fälle wird Anklage erhoben.
Gleichzeitig werden Orte mit hohem migrantischen Anteil – Shisha-Bars, ganze Viertel oder sogenannte „Gefahrengebiete“ – bewusst als „kriminell“ gebrandmarkt. Die Polizei nutzt diese Konstruktionen, um ganze Communities unter Generalverdacht zu stellen – wie hier in Billstedt. Dieser Stadtteil ist kein „neutraler Raum“, sondern ein Höhepunkt rassistischer Polizeipraxis. Hier wurde Emal getötet – und schon jetzt wird versucht, ihn medial zu diffamieren, um die tödliche Gewalt der Polizei zu rechtfertigen.
Aber wir lassen uns nicht blenden. Wenn Emal in Polizeigewahrsam stirbt, dann deshalb, weil die Polizei sein Leben nicht als schutzwürdig ansieht, sondern ihn lediglich als potenziellen Täter betrachtet. Wenn Emal in Polizeigewahrsam stirbt, dann nicht, weil ein einzelner Bulle falsch gehandelt hat, sondern weil es genau die Aufgabe der Polizei ist, rassistische Strukturen aufrechtzuerhalten und mit Gewalt durchzusetzen. Wir kennen die Rolle der Polizei in diesem System, aber wir wissen auch, was es heißt, gemeinsam zu trauern, zu kämpfen und zusammenzustehen! Den Widerstand dagegen müssen wir selbst organisieren.
Für uns als Antifaschist:innen bedeutet das konkret: Rassisten und Nazis überall dort anzugehen, wo sie auftauchen – ob mit oder ohne Uniform. Betroffenen, wie der Familie von Emal zuzuhören und zu glauben! Es bedeutet sich nicht auf diesen Staat zu verlassen, sondern im Kampf um eine antirassistische und solidarische Welt jenseits vom Kapitalismus, Ausbeutung und Gewalt konsequent an der Seite von Rassismus Betroffenen zu stehen! Rest in Power Emal! Zeigt euch solidarisch mit den Angehörigen von Emal und allen Betroffenen von rassitischer Polizeigewalt! Danke an das Solidaritätsnetzwerk Hamburg für die Orga.








