
Am 23. November 1992 verübten zwei Neonazis Brandanschläge auf zwei von türkischstämmigen Familien bewohnte Häuser in Mölln. Gegen 00:30 Uhr warfen die Täter zwei Molotowcocktails in das Haus der Ratzeburger-Straße 13. Eine halbe Stunde später warfen sie erneut einen Molotowcocktail, diesmal in das Haus in der Mühlenstraße 9.
Nach beiden Taten riefen sie bei Polizei und Feuerwehr an und beendeten das Telefonat jeweils mit dem Hitlergruß. Während alle Bewohnerinnen der Ratzeburger Straße 13. glücklicherweise überlebten wurden durch das Feuer in der Mühlenstraße 9. Ayşe Yılmaz, Yeliz Arslan und Bahide Arslan ermordet. Anlässlich des Möllner Brandanschlages, der sich heute zum 33. mal jährte, haben wir als Antifaschistinnen aus Hamburg an dem Gedenken in Mölln teilgenommen. Gemeinsam mit über 100 Angehörigen, Überlebenden, Möllnerinnen, sowie aus anderen Städten angereisten Antifaschistinnen gedachten wir erst vor der Mühlenstraße 9, den dort verstorbenen und hörten mehrere Reden. Gerade die Beiträge der Überlebenden waren besonders bewegend und machten deutlich, dass die Opfer rassistischer Gewalt nicht nur Zahlen oder Schlagzeilen in den Medien sind und das uns als Antifaschistinnen, bei der traurigen Vielzahl von Opfern rechter und rassistischer Gewalt, dieser direkte Bezug oft fehlt und wir abstumpfen. Im Anschluss zogen wir vor die Ratzeburger-Straße 13. um auch dort den Opfern des Brandanschlages zu gedenken, hier stachen ebenfalls die Redebeiträge der Überlebenden hervor. Im Anschluss beteiligten wir uns noch an dem sehr bereichernden Austausch mit Angehörigen, Überlebenden und Antifaschistinnen vor Ort in der Begegnungsstätte Lohgerberei.


