Was machen wenn ich von Staatsschutz oder Verfassungsschutz angesprochen werde?
Text von: Solikreis Stuttgart
Hintergrund:
Ein Anquatschversuch ist der gezielte Versuch staatlicher Behörden, politisch aktive Menschen zum Reden oder zur Mitarbeit zu bringen. Ziele der Behörden sind:
- Infos über linke Strukturen
- Namen, Treffen, Konflikte, Abläufe,…
- Grundlage für Überwachung und Repression
Wen kann es treffen?
Alle, die politisch aktiv sind oder Kontakt zur linken Szene haben, zum Beispiel:
- Antifaschist:innen
- Klima-Aktivist:innen
- Internationalist:innen
- Menschen aus Soli-Strukturen
Besonders oft:
- Jüngere Aktivist:innen
- Menschen „am Rand“ der Szene
- Ehemals Aktive
- Aber auch langjährig Organisierte
Wie gehen sie vor?
Anquatschversuche passieren oft unerwartet:
- an der Haustür
- auf der Straße
- in der Schule, Uni oder bei der Arbeit
- teils decken sie sich mit Decknamen oder geben sich als Innenministerium (Behörde) aus
Das Ziel: Überrumpeln und Verunsichern.
Typische Methoden
- Drohungen: Job, Familie, Verfahren, Knast, etc.
- Lockmittel: Geld, Hilfe bei Job/Ausbildung, Verfahren einstellen, etc.
- Spaltung: Fragen zu Konflikten, Gerüchte Streuen, etc.
- Informationsaustausch: „Wir sind doch auch gegen Nazis“
- Verständnisvolle Rolle: vor allem bei Jüngeren Genoss:innen, „Sorgen machen“
Wichtigste Regel
Nichts sagen, nicht auf das Gespräch einlassen!
- Nicht diskutieren
- Nichts erklären
- Keine „harmlose“ Infos
- Nicht versuchen, Infos einzuholen
Alles was du sagst, wird genutzt.
So reagierst du richtig
- Ruhe bewahren
- Gespräch klar ablehnen
- Person(en) wegschicken
- Aussehen und Situation merken
- Danach Gedächtnisprotokoll schreiben: Wann und Wo? Wer? Was wurde gesagt?
- Genoss:innen und Rote Hilfe informieren
Gut zu wissen: Der Verfassungsschutz hat keine polizeilichen Befugnisse. Du musst nicht mit ihm Reden.
Falls du doch etwas gesagt hast.
Passiert. Wichtig ist jetzt:
- Nicht alleine bleiben
- Offen mit Genoss:innen darüber sprechen
- Gemeinsam überlegen, wie ihr mit der Situation umgeht
Deine Ehrlichkeit schützt dich und andere.
Das wichtigste nochmal Zusammengefasst:
- Keine Aussage
- Keine Kooperation
- Vorbereitung ist das A und O
- Solidarität mit Betroffenen
- Antirepressionsarbeit
Schützt euch und eure Strukturen!
Die Rote Hilfe Hamburg trifft sich jeden Dienstag von 19:30 Uhr bis 20:00 Uhr im Centro Sociale. Kommt gerne auf die Genoss:innen zu.
